Montag, 17. Mai 2010

Ich verstehe es einfach nicht ...

... während ich so die letzten 2-3 Wochen praktisch ausschließlich mit Arbeiten und Schlafen verbracht habe und die spärliche Freizeit, die ich hatte mit meiner Frau oder der Beta von Starcraft 2 verbracht habe, komme ich heute zurück in ein "natürliches" Arbeitsleben. Natürlich bedeutet in diesem Fall, dass ich an meinem Arbeitsplatz 15 Minuten täglich Zeit habe Blogs und News zu studieren. Was passiert folglich unmittelbar ich verheddere mich in einem Kommentar-Fred zu einem Artikel, eines Autors (Don Alphonso / Blogbar.de ), den ich persönlich sehr schätze über einen weiteren "Autor" (Sascha Lobo / wasweissich), den ich persönlich nicht so sehr schätze. Der satirisch geschmückte T-Shirt Schmankerl, also von "Ich mache euch reich" zu "How to survive the shit-storm" hat mich wirklich extrem amüsiert, was mich nicht so amüsiert ist, dass ich Sascha Lobo als Vertreter des bedingungslosen Grundeinkommens wirklich nicht recht mag. Ich finde es nicht gut, wenn Menschen, die ich generell für eine Lachnummer halte, meine politischen Ansichten teilen. Aber gut, auch Sascha Lobo wird mich, wie schon die Piratenpartei vor Ihm, für viel zu Radikal halten, in so fern muss ich mir glaube ich keine großen sorgen machen. Was für Sorgen? Naja, ich stelle mir vor ich hätte die Weltherrschaft an mich gerissen und müsste Sascha Lobo ein Ministeramt anbieten, weil er mich politisch unterstützt hat. Was würde ich ihm da anbieten? Minister für Multimediale Unterhaltung? Social Network Advertising Minister ? Das brauch doch kein Mensch! Noch dazu ist eine meiner "radikalen" politischen Ansichten, dass ich 98% aller Ministerämter, sowie 98% aller öffentlichen Ämter für völligen Unsinn halte. Wasserkopfarchitektur, die zum Platzen prädestiniert ist.
Wenn man den Medien in den letzten Tagen ( "omfg, alles wird voll pleite ey!" ) glauben schenken möchte, wird sie auch platzen. Die Meisten verurteilen bereits die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens, weil es ihnen nie in den Sinn gekommen ist ihre Freizeit mit etwas anderem zu verplempern als dem, wozu uns das Kapitalgesteuerte System zwingt, nämlich mit Konsum. Da wird sich nun der eine oder andere denken: "lol, sagt ausgerechnet der, der seine karge Freizeit mit teuren Videospielen verbringt", aber derjenige hat vielleicht nicht gemerkt, dass ich auch Zeit in diesen Artikel investiert habe, ohne auch nur im geringsten darauf zu hoffen die rechts eingeblendeten Werbungen würden jeh ihr monatliches Mittel von ca. 0,7ct überschreiten. Das einzige was ich in dem Gesamten Kommentar-Fred bemerkenswert fand war der Ausspruch:
"Es ist aus meiner bescheidenen Sicht immer noch besser, mit etwas, das man gerne macht, ein bisschen Geld zu verdienen, als mit etwas, das man nicht mag, viel :)."
Der Rest des Kommentarbaums, auch der Rest dieses einen speziellen Kommentars  war lediglich ein einheitliches Fingerdeuten auf irgendetwas und irgendwen, bloß nicht sich selbst. Dann eine Rige von Leuten mit sehr glatter und feiner Gesichtshaut, die Herrn Lobo verteidigen, weil er doch ähm, ja also irgendwas ist oder getan hat jedenfalls. Der allgemeine Konsens ist jedenfalls, das Blogs tot sind, weil man damit kein Geld machen kann, mit Social Media generell zwar auch nicht mehr, aber es ist schon irgendwie cooler und so ....

... Leute, im Ernst, dieser Blog, wie viele andere auch, hatte nie die Idee oder die Chance zu Kapital zu werden. Lest bitte mal nach was "Blog" eigentlich bedeutet oder hinterfragt mal, wie viele Leute jemals vor Zeiten des Internets mit Ihrem Tagebuch (zu Lebzeiten) Geld verdient haben.

Wer bloggt ohne dafür zu bezahlen und ohne etwas dafür zu erwarten, der ist derjenige, der es richtig macht.

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